Dichtung & Vertonung

Dichtung & Vertonung (Text- und Tonproben)

Neu aus „Songs in Beige“ 2022

Wifi On Ice Oh wie herrlich ist Wifi on ice Es surft sich so schön und alle sind weiß Bescheid über mich man kennt sich aus Bist du fremd in der Stadt google mein Haus Wifi on ice  Die Bahn hat‘s erfunden Bei Hühnchen mit Reis Dreh‘ ich meine Runden Augen geradeaus heften sich fest Im toten Winkel Verzieht sich der Rest 
Wifi on ice Ich liebe die Bahn Im Aufsichtsrat bremst demnächst Jens Spahn Im Schweigewagen Sinnend ans Ziel Für Halt auf der Strecke Gibt es MOBIL 
Wifi on Ice Jetzt neu mit Netz Es surft sich so schön Und niemand verletz Tomate in Grün Sonne im Tee Reise durchs Land Suche den Schnee  

Mich dünkt Dünkel fliegt mich an in hohem Bogen 
Lässt nieder sich bei mir und ruht sich aus 
Obwohl bekannt ist er mir nicht gewogen 
Zu leicht zu schwer zu fassen unterm Strich ein Graus
Dünkel guckt mir zu und macht sich lustig 
Verfolgt mich findet wieder sich bei mir 
Ich seil mich ab verschwinde nehm den Bus Rich
tung wo mich niemand kennt nehme ein Bier

Hätte gern Mittel doch endlich die Möglichkeiten
Hätte gern Mittel macht endlich möglich
Das Endliche haben wir doch mangels Mittel nichts
Wer verteilt die Mittel und an wen
Er mir sie dir wir uns von hier
Fließen die Mittel und wohin
In dringend erforderlich zwingend Gewünschtes
in Kanäle dunkel und klar
Endlich Mittel wo vorher nichts war
Fühlst du dich benutzt für den guten Zweck
Und nimmst dagegen was ein
Was auch immer wie wirklich wird sich dahinter verbirgt
Wo stehst du und wo willst du hin und wer ist dir dabei noch im Weg
Ganz egal wie du‘s erreichst mit wem du dich auch vergleichst
Der Zweck heiligt Mittel auch wenn sie nicht heilig sind
Zweck heiligt Mittel und auch die Möglichkeiten bieten sich an
Wenn nicht jetzt wann dann 

Liederzyklus „Aufschreie & Stoßseufzer“

Aufgeführt im Neubad Luzern 24.6. 2017 und bei der Unerhörten Musik Berlin im Mai 2019 

Clips aus dem Neubad Luzern Juni 2017:

Fleisch_A&S , Freiheit , Als ob


Ausschnitte aus „4 Bräute & 1 Broiler – Mittwochs bin ich immer so müde“ (immer noch under Construction) 

Ich sehe Sie ja gar nicht mehr, wo waren Sie denn gestern. Ich hätte Sie gebraucht. Ich wünschte, ich hätte mal jemanden, der mich unterstützt.
Der?
 Ja, mich.

Aufschreie und Stoßseufzer: Immer muss man alles alleine machen, also selber, alleine.

(…)

CBrautmutter: Du redest wie meine Tochter…äfft nach Bier passt null. Es kommt doch drauf an, wie es sich anfühlt. Schau mal, wenn du sitzt, die Knie angewinkelt 45 Grad, fühlst du dich anders, als wenn du lehnst an einem kippeligen Hocker. Das erzeugt Streß und der möchte kompensiert werden. Irgendwas stimmt nicht mit ihr. Sie ist gar nicht mehr fies zu mir. Sonst beschimpft sie mich immer oder ignoriert mich. Aber in letzter Zeit ist sie so abwesend, wie gedopt. Sediert. Wie willenlos. Ich merke, dass der Körper beim Denken stört. Man selbst weiß es, aber niemand hat mich entdeckt. Eine spät entdeckte Avantgardistin ist keine Avantgardistin. 

Dora: Vielleicht macht sie Diät.

(…)

So. Das trägt man also in Norwegen. Aha, interessant. Mein Bieber, mein stinkiger kleiner Volkspisspott, Göttergatte und Jägerzaun. Rate, was ich tue und wann, nein. Laß mich raten. Ich könnte jetzt nach nebenan gegangen sein, und mich mit mir selbst beschäftigt haben, bevor ich vierzig Minuten später ein Heftchen gefunden haben würde, was weder Sinn noch anmachte, mit seltenen Exemplaren, verkleidet als sie selbst und in Pose. Da plötzlich ein Allgemeinplatz. Dass die Ohren sich abwenden und die Kopfhaut sich nach außen stülpt und angewidert vom Rest erübrigt sich das Übliche. Bist du heute wieder deinem Beruf nachgegangen? Oder der kleinen Aushilfe. Als sie Kaffee holte für dich, deinesgleichen und den Rest. Wie alt war sie doch gleich, siebzehn? Ein schönes Alter für Dienstleistungen aller Art und langsam sollte auch daran gedacht werden, einen Haushalt zu führen. 

(…)

Genetisch 22


Dichtung 

1.Klasse 2015

Im Radio klingt es, als wär der Teufel los
Als wär‘ es so weit 
Nach Krise
Sie überschlagen sich, die Rundfunkreporter und Reporterinnen mit schrillen Stimmen
Passend zwar und angemessen angesichts der Dringlichkeit
Doch schrill viel zu schrill du musst leiser drehen
Leiser drehen
Das Fernsehen zieht mit bringt die Bilder
Guck sieh doch mal die Ströme von Menschen
Über Land jetzt immerhin ohne zu ertrinken
Retten sie sich rüber in den bleichen Westen
Weite Herzen doch die Möglichkeiten endlich
Herzen weit Möglichkeiten endlich
Und ich in der 1.Klasse hab noch keinen einzigen richtigen Flüchtling gesehen
Nicht einen noch eine
Wirklich nicht
Keine.

Bayern

Armes Land du Fläche
Sonne sammeln Bäche
Pissen Gülle stinkt
Wie auch deine Autos
Und wenn keine Wiesen sind geht es auch mal Lautlos

Reiches Land du Garten
Andere Länder warten
Noch auf’s Klassenziel
Reiches Land du Club
Trainer ist dein Bub
König ist der Kaiser
Schweigt drum ist es leiser

Miss 60

Zack schon biste Sechzich
Stellst bald fest es rächt sich
Nichts 
Vom dem was
Damals schlecht zu seien dräute
Des Wahnsinns fette Beute
Der Muse schönstes Kind
Das Alter schieß in Wind!   

Aus Ein Schlimm

Vor meinem Fenster eine Wand
Hochgezogen über Nacht
Es ängstigt mich es sperrt mich aus
Und ein
In den Nachrichten hört man nichts davon  
Das ist das Schlimmste